Interdisziplinärer WundCongress 2018 erfolgreich zu Ende gegangen

Die Ein­füh­rung des Heil- und Hilfs­mit­tel­ver­sor­gungs­ge­set­zes (HHVG) im ver­gan­ge­nen Jahr hat inner­halb der Wund­ver­sor­gungs­bran­che Wel­len geschla­gen, die bis heu­te anhal­ten. Vie­le der Prot­ago­nis­ten stel­len sich die Fra­ge, wie sich die Wund­ver­sor­gung in naher Zukunft gestal­tet. Eini­ge Ant­wor­ten hier­auf lie­fer­te der 11. Inter­dis­zi­pli­nä­re Wund­Con­gress (IWC), der am 29. Novem­ber 2018 in Köln stattfand.

Für vie­le medi­zi­ni­sche und pfle­ge­ri­sche Wund­fach­ex­per­ten stellt der jeweils letz­te Don­ners­tag im Novem­ber bereits seit Jah­ren ein fes­ter Ter­min im all­jähr­li­chen Fort­bil­dungs­ka­len­der dar: Denn an die­sem Tag bezieht der Inter­dis­zi­pli­nä­re Wund­Con­gress (IWC) Platz in den Köl­ner Sar­to­ry-Sälen und öff­net für rund 1.000 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer aus dem gan­zen Bun­des­ge­biet sei­ne Pforten.

Die Wund­fach­ex­per­tin Kers­tin Protz aus Hamburg.

Auch in die­sem Jahr hat der Ver­an­stal­ter – dass in Köln ansäs­si­ge Fort­bil­dungs­in­sti­tut PWG-Semi­na­re – hier­zu wie­der ein reich­hal­ti­ges Pro­gramm geschnürt: Neben dem Vor­trä­gen im eigent­li­chen Haupt­pro­gramm, für das eini­ge bekann­te Refe­ren­ten und Refe­ren­tin­nen, wie z.B. Frau Kers­tin Protz von der Uni­kli­nik Ham­burg-Eppen­dorf, gewon­nen wer­den konn­ten und der beglei­ten­den Fach­mes­se, die sich über zwei Ebe­nen erstreck­te und an der sich über 50 Unter­neh­men betei­lig­ten, hat­ten die Kon­gress­be­su­cher auch die Mög­lich­keit an ver­schie­de­nen, par­al­lel ver­lau­fen­den Satel­li­ten­sym­po­si­en und Work­shops teilzunehmen.

Das Haupt­pro­gramm des IWC, das in die­sem Jahr unter dem Mot­to „Wund­ver­sor­gung 4.0 – die Zukunft beginnt heu­te“ stand, wur­de von PD Dr. med. Gun­nar Rie­pe, Fach­arzt für Chir­ur­gie und Gefäß­chir­ur­gie aus Bop­pard und Chef­arzt am Gemein­schafts­kli­ni­kum Mit­tel­rhein, eröff­net. In sei­nem Vor­trag nahm Dr. Rie­pe die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer wie­der „back to the roots“: Er zeig­te auf, wie alt­be­kann­te Tech­ni­ken und fast ver­ges­se­ne Mit­tel (Stich­wort: Zin­kleim­ver­band) eine Renais­sance erfah­ren können.

Dr. med. Sig­rund Die­berg und Dr. med. Kers­tin Gar­b­rock vom MDK Nordrhein.

Fun­dier­te Stu­di­en­da­ten – flott und prak­tisch prä­sen­tiert – bestimm­ten die nächs­ten Bei­trä­ge, gehal­ten von Kers­tin Protz (Ham­burg) und Prof. Dr. med. Joa­chim Dis­se­mond (Essen). Ihnen folg­te am Nach­mit­tag Dr. med. Sig­rund Die­berg und Dr. med. Kers­tin Gar­b­rock, bei­des Fach­ärz­tin­nen im Diens­te des MDK Nord­rhein, die in ihrem gemein­sam gehal­te­nen Vor­trag ver­such­ten, mit eini­gen Miss­ver­ständ­nis­sen auf­zu­räu­men. In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on konn­ten die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer ihre eige­nen Erfah­run­gen mit der Prüf­be­hör­de und den Kas­sen dagegenhalten. 

Der nächs­te Rede­bei­trag wur­de von Jörg Schmeng­ler (BGW-Bezirks­stel­le Del­men­horst) gehal­ten, der über den Arbeits­schutz refe­rier­te. Der letz­te Bei­trag im Haupt­pro­gramm gehör­te Inga Hoff­mann-Tisch­ner und Nad­ja Schol­lmei­er. Zunächst nahm Frau Hoff­mann-Tisch­ner die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer mit auf eine typi­sche Tour ihres ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­tes. Sie erläu­ter­te dabei anschau­lich die Pro­ble­me der häus­li­chen Wund­ver­sor­gung, um dann auf Frau Schol­lmei­er über­zu­lei­ten, die in Form einer künst­le­ri­schen Dar­bie­tung die Sicht der Pati­en­ten darbot.

Nad­ja Schol­lmei­er bei ihrem Bei­trag „Kuni­gun­des Lovestory“. 

Nicht weni­ger span­nend ver­hielt es sich in den Satel­li­ten­sym­po­si­en. Die­se behan­del­ten ent­we­der ein ein­zel­nes The­ma, wie z.B. die Anwen­dung von Sil­ber in der Wund­ver­sor­gung oder die Prä­ven­ti­on von Nadel­stich­ver­let­zun­gen, oder spra­chen gleich meh­re­re Fra­ge­stel­lun­gen an. Auch hier­für konn­ten wie­der nam­haf­te Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten gewon­nen wer­den, wie z.B. Dr. med. Alex­an­der Ris­se (Dort­mund), Wer­ner Sell­mer (Ham­burg), Dr. med Karl-Chris­ti­an Mün­ter (Ham­burg), Björn Jäger (Lin­gen) oder Ani­ta Mys­or (Strae­len).

Neben die­sen Satel­li­ten­sym­po­si­en, die unter der Schirm­herr­schaft der Unter­neh­men L+F Medi­zin­pro­duk­te, Loh­mann & Rau­scher, Con­va­Tec sowie der BGW stan­den, fan­den zudem zwei Insel­work­shops von Urgo bzw. dem Wund­zen­trum Lan­gen­sel­bold und dem Wund­ver­sor­gungs­zen­trum Mit­tel­hes­sen statt. In die­sen konn­ten an ver­schie­de­nen Sta­tio­nen der Umgang mit neu­en Pro­duk­ten ein­ge­übt werden.

Fach­li­cher Aus­tausch zwi­schen den Teil­neh­mern und Aus­stel­lern auf der beglei­ten­den Fachmesse.

Der Inter­dis­zi­pli­nä­re Wund­Con­gress (IWC) hat also wie­der ein­mal viel zu bie­ten gehabt. Der Ter­min für den nächs­ten Kon­gress steht bereits fest: 2019 wird der IWC am Don­ners­tag, den 28. Novem­ber statt­fin­den. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen hier­zu gibt es auf die­ser Homepage.